5 Jahre Dark Matter: Ein Rundgang durch die Kollektion

Ich liege am Boden. Die über mir schwebenden und sich bewegenden Lichtdreiecke pulsieren zunehmend. Der Klang aus den Lautsprechern wird lauter und intensiver. Die anfangs ruhige Atmosphäre wechselt ins beinahe Bedrohliche. Rauch erscheint an beiden Seiten der Installation. Schließlich flackern nur noch zwei Lichtdreiecke. Immer schneller. Dann leuchten wieder alle Elemente auf. Stille.

Die Szene ist Teil der Dauerausstellung KOLLEKTION von Dark Matter. Seit mittlerweile fünf Jahren werden an dem Ausstellungsort in Berlin-Lichtenberg sieben Licht- und Klanginstallationen von Christopher Bauder präsentiert.

Ehe ich den ersten Raum betrete, stecke ich zunächst das eingangs erhaltene Faltblatt mit Informationen zu den Installationen in meine Tasche. Aus früheren Ausstellungen weiß ich, dass mich Bauders Werke auch ohne Begleittexte erreichen. Licht, Klang, Farbe, Bewegung und geometrische Formen reichen aus, um unterschiedliche Stimmungen und Assoziationen entstehen zu lassen.

Die verspiegelten Wände des ersten Raums vervielfachen mein Spiegelbild und lösen zunächst ein unwohliges Gefühl aus. Hunderte Lichtpunkte an der Decke erschaffen das Bild von Wellen, die auf einen Strand zurollen. Sphärische Klänge und Meeresrauschen verstärken diesen Eindruck. Im nächsten Augenblick fühle ich mich an einen Sternenhimmel erinnert, an dem vereinzelt helle Spuren wie Sternschnuppen oder Kometen über mich hinwegzuziehen scheinen.

Andere Installationen haben eine fast hypnotische Wirkung. Zahlreiche schwarze Kugeln schweben vor einer hellen Fläche. Ihre Anordnung verändert sich ständig. Die Bewegungen gleichen Farbtropfen, die sich langsam im Wasser ausbreiten. Leicht und fast schwerelos.

Eine Installation besteht aus drei leuchtenden Ringen. Nach dem Betreten des Raums gewöhnen sich die Augen erst nach und nach an die Dunkelheit. Durch die sich vertikal und um die eigene Achse bewegenden Ringe scheinen Lichtimpulse hindurchzufließen. Mal langsam und dezent, mal deutlich dynamischer.

Besonders greifbar erscheint die Installation eines Lagerfeuers. Das Flackern der Lichter, das Knistern und Prasseln sowie kurz auftauchender Rauch erzeugen eine erstaunlich stimmige Illusion. Sie weckt Erinnerungen an vergangene Sommerabende, an denen ein prasselndes Feuer von vorne Wärme spendete, während der Rücken die nächtliche Kälte spürte. Kleine Lichtpunkte werden zu Glühwürmchen, die aus der Dunkelheit auftauchen.

Ehe ich nach fast zwei Stunden das Dark-Matter-Gelände verlasse, erwartet mich noch eine Überraschung. Drei gewöhnliche Leitern stehen in einem dunklen Raum. Erst durch Berührungen werden sie zu Instrumenten. Jede Sprosse erzeugt einen eigenen Klang. Auch Licht und gelegentlich Nebel gehören zur Reaktion der Installation. Zwei Besucherinnen probieren neugierig unterschiedliche Kombinationen aus, klettern über die Leitern und bringen den Raum zum Klingen. Kurz darauf probiere auch ich verschiedene Klangkombinationen aus. Ein spielerischer Abschluss.

 

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