Forest Winterlights: Licht, Klang und schwebende Tannen

07.11.2025 – 15.02.2026

BERLIN, DARK MATTER

Die im März neu eröffnete Transformator-Halle im Rummelsburger Teil von Berlin-Lichtenberg dient in diesem Winter erstmals als Schauplatz für „Forest Winterlights“. Auf rund 1.000 Quadratmetern entfaltet sich eine dichte Waldlandschaft aus über 600 Tannen, von denen die meisten kopfüber von der Decke hängen. Mehr als 250.000 Lichtpunkte – ergänzt durch senkrecht schwebende Leuchtstäbe, kleine Discokugeln und seitlich gesetzte Spots – formen eine vielschichtige, sich ständig verändernde Lichtkomposition.

Einen guten Überblick erhält man bereits nach wenigen Schritten in die Halle hinein. Einige Bäume stehen am Boden, dazwischen Sitzinseln und Podeste, auf beiden Seiten dezent integrierte Buden. Darüber spannt sich der hängende Wald, der den Blick nach oben lenkt und die Dimension der Installation unmittelbar erfahrbar macht. Von diesem Punkt aus lässt sich das Gesamtbild gut erfassen. Während unseres Besuchs an einem frühen Mittwochabend war genügend Platz, um den Standort mehrfach zu wechseln und unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen.

Das Licht bewegt sich zwischen Zurücknahme und Überwältigung. Phasen gedämpfter Intensität und reduzierter Helligkeit gehen in Momente großer Opulenz über, in denen schnelle Wechsel Tempo erzeugen. Entscheidend ist dieser Rhythmus: Die Installation ist zu keinem Zeitpunkt statisch, sondern befindet sich in einem permanenten Wandel.

Der Soundtrack von Chris Kuijten folgt der Lichtdynamik. Ruhigere Phasen werden von atmosphärischen, zurückgenommenen Passagen begleitet, während opulentere Momente von einem deutlich rhythmischen, teils lauten Clubsound untermalt werden. Licht und Musik ergänzen sich dabei und erzeugen gemeinsam die wechselnde Stimmung der Installation.

In der Halle befindet sich eine 400 Quadratmeter große Eisbahn, die bei unserem Besuch stark genutzt wurde. Wer nicht selbst Schlittschuh laufen möchte – dafür ist ein separates, auf 90 Minuten begrenztes Ticket nötig – muss sich auf die Bereiche außerhalb der Eisbahn beschränkt.

Die Installation dauert 45 Minuten und wiederholt sich nahtlos. Besucher können jederzeit einsteigen und die Inszenierung mehrfach erleben. Die Halle ist ungeheizt; an einigen Stellen sorgen Ventilatoren für zusätzliche Kühle, daher ist warme Kleidung empfehlenswert. Der Geruch von Glühwein liegt in der Luft. Weitere Getränke wie alkoholfreier Punsch sind ebenfalls erhältlich.

Mit schwebenden Tannen und einer dynamischen Licht- und Klangchoreografie zeigt „Forest Winterlights“, dass die dunklen Wintertage auch abseits klassischer Weihnachtsidylle atmosphärisch bezaubernd sein können – selbst für Weihnachtsmuffel.
 

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