Gregorian – The Dark Side

Eine bequeme Couch. Kerzenlicht. Frisch aufgebrühter Tee. Regen klatscht gegen die Fensterscheibe, durch die der Mond sein schwaches Licht wirft. Draußen geht ein typischer naßkalter Herbsttag zu Ende… – die optimale Atmosphäre, um Gregorians „The Dark Side“ zu genießen.

Auf ihrer neusten Veröffentlichung wenden sich Gregorian der dunklen Seite der Musik zu. Aus den Boxen dringt eine zarte Klaviermelodie. Mittelalterlicher Mönchsgesang setzt ein. Nine Inch Nails „Hurt“ einmal ganz anders interpretiert. Vor dem geistigen Augen entwickeln sich Bilder. Szenerien. Sean Connery in „Der Name der Rose“. Oder die Infrarotaufnahmen von Simon Marsden. Ein altes Kloster mit spärlich beleuchteten Gängen, durch die der Wind pfeift. Schwermütig und melancholisch oder auch kraftvoll und energiegeladen werden Songs wie „The Four Horseman“ (Metallica), „The End“ (The Doors) oder „Uninvited“ (Alanis Morissette) sowie Eigenkompositionen im „gregorianischen“ Gewand dargeboten. „The Dark Side“ präsentiert sich wie aus einem Guß – nicht zuletzt wegen der kurzen Versatzstücke, welche die einzelnen Stücke miteinander verbinden und fließend ineinander übergehen lassen. „Where The Wild Roses Grow“ – melancholisch und romantisch – und „More“ – treibend und gitarrenlastig – sind auf dieser Scheibe meine persönlichen Favoriten. Wie bei den Originalen von Nick Cave & Kylie Minouge und The Sisters Of Mercy wurde nicht auf den weiblichen Gesangspart verzichtet. Dieser stellt hier die perfekte Ergänzung zum dunklen gregorianischen Gesang dar.

Wer seine Lieblingssongs von Evanescence, Ozzy Osbourne oder The Rasmus einmal anders erleben möchte, ohne das sie dabei ihren Grundcharakter verlieren… wer sich mittels Streicher, dunklen Chören, sphärischen Klängen, stimmigen Beats und mystischen Sounds in eine dunkle Welt entführen lassen möchte… wer diese einzigartige Atmosphäre „hinter Klostermauern“ genießen möchte, dem sei diese CD wärmstens ans Herz gelegt.

 

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