Live in Berlin: Chameleons(Vox) + Ascetic:

17. November 2013

BERLIN, BI NUU

Das Bi Nuu befindet sich im oberirdischen Gebäude der U1 Schlesisches Tor. Früher war hier das Kato beheimatet. Jetzt mit größerem Raum und besserer Luft sollten uns die Auftritte an diesem Abend einen ungetrübten Hör- und Sehgenuss bieten.

Die australische Band „Ascetic:“ eröffnete den musikalischen Abend mit düsteren und vor allen Dingen hypnotischen Klängen, mit denen eine schwermütige, sehnsuchtsvolle und kalte Atmosphäre kreiert wurde. Sänger/Bassist August Skipper – ein sehr schlanker und filigran wirkender junger Mann – schien sich wie in einer anderen Welt zu bewegen. Voller Leidenschaft gab er sich den Liedern hin. Es schien, als würde seine Stimme vom gesamten Körper erzeugt. Das Biegen, Wiegen, Krümmen und Stampfen synchron zum Rhythmus transportierte die Dynamik der Stücke in die Zuhörermenge. Das Duo faszinierte und begeisterte das Publikum gleichermaßen. Leider ließ der straffe Zeitplan keine Zugabe zu.

Ascetic:

 
Ungeduldig wurden somit „ChameleonsVox“ erwartet. Die britische Band – ursprünglich unter dem Namen „The Chameleons“ 1981 gegründet und 2002 aufgelöst – gilt als unterschätzter Mit-Wegbereiter des Post Punk. Seit einigen Jahren sucht sich Sänger/Bassist Mark Burgess Musiker, mit denen er gemeinsam voller Begeisterung und Temperament die melancholisch rockigen Songs zurück auf die Bühne bringen kann. Der Funke zwischen Publikum und Band sprang sofort über. Köpfe und Beine zuckten. Teilweise wurde ausgelassen getanzt. Mitreißend die „alten“ Stücke, die vielen im Publikum vertraut waren und so manchen zum fröhlichen Mitsingen veranlasste. (Was wohl glücklicherweise im „Klanggewitter“ unterging.) Neben der Leidenschaft, die die fünf Musiker transportierten, beeindruckte ein zweireihiges, etwa ein Meter langes und mit Trittschaltern ausgestattetes „Pult“. Zahlreiche Effekte wurden hier per Fuß gesteuert. Die variantenreichen und eingängigen Klänge rissen die Zuhörer zu reichlich Applaus hin. Auch meine Handflächen brannten. Das persönliche Kopfkino ließ mich innerlich hüpfen wie ein kleines Kind und die Emotionen im Geiste herausschreien. Die Begeisterung schlug hohe Wellen. Einfach große Klasse!

Auch nach dem grandiosen „Second Skin“ wollten die Anwesenden die Musiker nicht gehen lassen. Und so brachte ein nicht endendwollendes Klatschen „ChameleonsVox“ ein weiteres Mal für einige Zugaben zurück auf die Bretter.

Fotos: Marcus Rietzsch

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