Minuit Machine – Violent Rains

Vorzugsweise lassen sich heftige Regenfälle mit einem heißen Jasmintee am Fenster stehend durch einen Vorhang aus Wasser blickend, die Blasen in den Pfützen zählend und dem Trommeln der wilden Tropfen auf dem Fensterblech lauschend genießen. Die Klangwelt von „Violent Rains“ bietet dafür eine durchaus passende musikalische Untermalung.

Das aus Hélène De Thoury, die schon bei der Band „Phosphor“ ihr Gespür für verträumt- sehnsuchtsvolle wavige Kompositionen unter Beweis stellte und Amandine Stioui, deren Stimme sich perfekt in die minimalistisch-kühlen Arrangements einfügt, bestehende Synthie-Wave-Duo fand im September 2013 zusammen. Nach der EP „Blue Moon“ und der LP „Live & Destroy“ ist „Violent Rains“ bereits das zweite Album von „Minuit Machine“.

Schattenhafte synthetische Klangflächen, fast sanft und verhallend, und die relativ tiefe Frauenstimme, die für das gewisse Etwas sorgt, verströmen eine seltsam zurückhaltende Stimmung. Man ist mit sich – seinen Ängsten, Hoffnungen, Wut – und der Musik allein. Die fragilen Töne erschaffen eine Art Kokon, durch den die Außenwelt weit weg erscheint und nur noch dumpf wahrgenommen wird. Bei aller Zerbrechlichkeit spricht die Rhythmik der einzelnen Titel auch den Körper an. Man wiegt sich im Takt hin und her, während die sinisteren Melodien die melancholische Seite berühren. Wie der Blick in einen grauen Tag mit strömenden Regen.

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