Pink Turns Blue – The AERDT-Untold Stories

Sechs Jahre nach dem letzten Album „Storm“ läutet „The AERDT – Untold Stories“ das dritte Kapitel der Bandgeschichte von „Pink Turns Blue“ ein. The AERDT? Erinnerungen an das 1991 veröffentlichte Album mit dem Titel „Aerdt“ kommen auf. Doch anders als man vielleicht vermuten könnte, lehnt sich diese Veröffentlichung von „Pink Turns Blue“ keineswegs an das „untypische“ vierte Studioalbum, welches elektronisch geprägt war und keine Gitarrenklänge enthielt, an.

Vielmehr spielt die 1985 gegründete Band ihre Stärken, für die sie bekannt sind und geliebt werden, aus. Die Messlatte wurde in der Vergangenheit sehr hoch gelegt. Man denke nur an mitreißende Stücke wie beispielsweise „Walking On Both Sides”, „Michelle”, „Walk Away”, „I Coldly Stare Out”, „Your Master Is Calling”, „Break It”, „Can´t Be Love”, „Missing You” und und und. Doch die mittlerweile auf ein Trio bestehend aus Mic Jogwer, Ruebi Walter und Paul Richter geschrumpften Meister eingängiger, melancholischer Songs finden auf ihrem zehnten Album die richtige Mischung und Balance.

Die Augen schließen sich und die leicht schwermütigen Melodien dringen in den Körper ein. Zeitgleich beginnt der Kopf im Takt zu nicken, die Füße heben und senken sich, die Oberschenkel wippen. Der überaus melancholische Post Punk – sowohl dynamisch als auch entrückt – versetzt den Hörer in Bewegung. Eine gute musikalische Untermalung, um über eine schwach beleuchtete und vernebelte Tanzfläche zu „schlurfen“.

Sehnsuchtsvolle Gitarrenriffs wecken Erinnerungen an vergangene Tage. Ein kraftvoller, treibender Bass gibt den Stücken Tiefe. Und über allem „thront“ die unverkennbare, charakteristische Stimme von Mic Jogwer, die dem Ganzen eine gewisse Wehmut verleiht.

Mein persönlicher Höhepunkt ist die wunderschöne Ballade „ I believed“. Anfänglich getragen von einer gefühlvollen Pianomelodie und Mics Stimme setzen nach etwa einer Minute fast ein wenig demutsvoll ein langsamer Rhythmus und ein dunkler Bass ein, ehe ein schwärmerisches Gitarrenspiel den Song auf den Gipfel treibt und den Hörer noch tiefer in einen Strudel der Melancholie zieht.

Pink Turns Blue sind zurück.

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