And One – Tanzomat

Nicht nur optisch findet der geneigte Konsument des „Tanzomat“ Parallelen und Ähnlichkeiten zu dem letzten, vor fünf Jahren erschienenen Studioalbum („Bodypop“) der wahrscheinlich erfolgreichsten deutschen Band im Synthie-Pop-Bereich. Das kräftige Orange ist einem „abenteuerlichen“ Pink gewichen, welches durchaus einen Schock oder eine Schreckstarre auslösen kann. Glücklicherweise kann man Musik ja hören, ohne zwangsläufig das Cover betrachten zu müssen – mit der Hoffnung im Hinterkopf, dass die Bühnen-Dekoration bei künftigen Auftritten nicht derart ins Gesicht springt. Auf Augenbinden möchte man ja gerne verzichten, um sich das schalkhafte Grinsen des Berufsschelms Steve Naghavi (im Nebenberuf Sänger der Band „And One“) bei seinen scherzhaften Eskapaden nicht entgehen lassen zu müssen. Gibt es Brillen mit einem Farbfilter?

Aber nun zum Wesentlichen: der musikalischen Darbietung. Was Steve Naghavi und seine beiden Mitstreiter an den Tasten und Knöpfen (Chris Ruiz und Gio van Oli) mit dem neuen Album bieten, überrascht nicht wirklich. Beim ersten Durchhören entfuhr mir leider weder ein „Wow“ noch ein „Aha“. Viel „And One“ mit den typischen Klangfolgen und Melodien, welche ganz gewollt und unweigerlich an „Depeche Mode“ erinnern. Nein, es klingt keineswegs übel. Die Beine zucken durchaus und der Kopf nickt. Allgemein party-tauglich. Leichtgängige Melodien. Synthie-Pop in Reinkultur mit einem gewissen Spaßfaktor. Doch irgendwie mag der Funke nicht so recht überspringen.

Wer das eine oder andere deutschsprachige Stück erwartet hat, wird leider enttäuscht. Zwölf Titel – und diesmal allesamt in Englisch. Sich durch Text-Passagen als ohrwurmprägender Song zu etablieren gelingt (zumindest bei „englisch-unfreundlichen“ Ohren) somit nur bedingt. Einigen kontroversen Texte sollte man aber durchaus mehr Aufmerksamkeit widmen.

Melancholie. Dramatik. Weniges mit erhöhter Rhythmus-Zahl. Die richtige Durchschlagskraft fehlt. Trotzdem: ein unstreitiger Wohlfühl-Klang. Wie man es seit Jahren und reichlich produzierten Alben gewohnt ist. Stehen der Wiedererkennungswert und die Lust auf Neues antagonistisch zueinander? „Tanzomat“ ist Original „And One“ mit leichten, poppigen Synthie-Klänge – nicht mehr und nicht weniger.

Neben der normalen Albumausführung wird noch ein Digipak inklusive Live-CD dargeboten.

www.andone.de
www.myspace.com/andoneofficial

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