Live in Nürnberg: Apoptygma Berzerk

14. Maärz 2006

NÜRNBERG, HIRSCH

Die Fahrt nach Nürnberg verlief ohne besondere Vorkommnisse. Beim Hirsch angekommen erwarten uns schon relativ hart wummernde Bässe. Der Supportact F.A.Q. stand bereits auf der Bühne. An und für sich hätte man der Mischung aus elektronischen Klängen und Gitarrensound sicherlich etwas abgewinnen können. Wäre da dieser extrem wummernde Bass, welcher sich in die Magengegend grub, nicht gewesen. Ja, so etwas kann schon für Freude sorgen, aber aus persönlicher Sicht war hier doch die Grenze schon eine Wenigkeit überschritten. Nun ja, dies sollte noch kein Beinbruch sein. Schließlich konnte man in den Vorraum/Kneipe ausweichen, um es sich bei einem netten Gespräch an der Bar gemütlich zu machen oder sich die Merchandising-Artikel zu Gemüte führen. Während der Umbaupause blieb dann noch genug Zeit, sich einen guten Platz im vorderen Teil der Location zu suchen.

Als das Hallenlicht aus-, die Scheinwerfer auf der Bühne angingen und die Musiker von Apoptygma Berzerk nach und nach in Erscheinung traten, war der Jubel groß. Von Beginn an wurde gefeiert, getanzt und gesungen. Das Publikum streckte den Norwegern die Hände entgegen, um anschließend im Takt zu klatschen. Hm, hatten wir uns verfahren? Das kann doch kaum das über die fränkischen Landesgrenzen hinaus berühmt-berüchtigte nürnbergsche Publikum sein. Aber doch: wir befanden uns in der fränkischen Metropole, in der man an diesem Abend bewies, dass der Ruf der Franken eben nicht immer so korrekt ist. Aber was will man sagen? Die Norweger gestalteten schließlich auch einen mitreißenden und schweißtreibenden Auftritt. Ursprünglich als Elektroband gestartet, hat sich die skandinavische Band zu einer außergewöhnlichen Indie-Rockband entwickelt. Harte Gitarrenriffs verschmolzen mit synthetischen Melodien.

Tanzbare Elektrobeats und warmer Schlagzeugsound bildeten eine Einheit. Überhaupt: Im Gegensatz zur Vorgruppe musste man nun der Person hinter den Reglern zu einem hervorragenden Sound gratulieren. Alte Klassiker und neue Stücke wechselten sich interessant ab. Mal etwas elektronischer, dann wieder deutlich rockiger – aber immer packend. Neben der aktuellen Single „Shine On“ stellten – wie nicht anders zu erwarten – die abschließenden Zugaben die Highlights dar. So wurde u.a. bei „Love will never dies“ – ein nahezu unerreichbarer Klassiker mit seiner homogenen Einfügung von Carl Orffs „O Fortuna“ – noch einmal ausgelassen getanzt. Ein „Schmankerl“ hielt die Band aber noch bereit: der Schlagzeuger nahm noch einmal hinter seinem Arbeitsgerät Platz, um nochmals Solo einzuheizen, was den Besuchern sichtlich gefiel. Kein Wunder, hatte das Schlagzeug doch einen nahezu perfekten Livesound.

Eine weitere Zugabe konnte man den Norwegern noch entlocken, bevor alle zufrieden und glücklich in die Kälte entlassen wurden.

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