Down Below – Zur Sonne – Zur Freiheit

An das Arbeiterlied „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!“ haben „Down Below“ ihr Album nicht angelehnt. Mit „Zur Sonne – zur Freiheit“ geht es einen Berg hinauf. Die aus Dessau stammende Band existiert nunmehr seit 10 Jahren und lässt sich grob in das Genre „Dark Rock“ einordnen. Ihr viertes Studio-Album liegt nun hier im Abspielgerät. Zuvor habe ich im Internet ältere Stücke angehört, um eventuelle Unterschiede, Entwicklungen aufzuspüren.

Und ja, 10 Jahre Leben sind 10 Jahre Entwicklung. Klingen frühere Titel härter und düsterer, so schwingt gegenwärtig reichlich Pop im neuen Album mit. Über die Texte kann man nur Gutes sagen. Nachdenklich, melancholisch. Wirklich sehr schöne Texte. Auffällig sind die meist heftigen Anfänge der Songs. Gitarrenriffs, die sofort den Kopf und die Füße in Takt bringen. Aber dann verplätschert das irgendwie. Von düster und dunkel wenig zu hören. Und der Trend geht zum Schmalz Marke „Unheilig“. Das Auftreten als Vorband von „Unheilig“ scheint nicht ohne Einfluss geblieben zu sein. Sänger Neo Scope, Gitarrist Carter, Bassist Convex und Schlagzeuger Mr. Mahony setzen auf allgemeintaugliche Klänge, Mainstream eben. Die Metal-Wurzeln aus der Anfangszeit scheinen fast vergessen. Balladeske Momente und orchestrale Arrangements sind schön anzuhören und gut in die Stücke eingebaut.

Unter der Flagge Dark Rock segelt das Album „Zur Sonne – zur Freiheit“ jedenfalls nicht. Trotz der hin und wieder auftauchenden Gitarrenriffs erscheint das Gesamtergebnis recht weich. Wer Tonträger von Staubkind, Mono Inc. und Unheilig im Plattenschrank stehen hat, sollte ein Ohr riskieren.

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