Neue Kurzgeschichten (1) aus dem Textlustverlag

Kaffeepausengeschichten Band 7, History
Der Geist des Fortschritts

Kaum erhalten, habe ich den neuesten Band dieser Reihe auch schon verschlugen. Solch kleines Buch mit drei Geschichten kann man auch ohne Kaffee genießen. Die Wartezeit beim Arzt fiel damit gar nicht mehr auf. Der beste Zeitverkürzer, den man sich wünschen kann.

Das Cover fast schon traditionell in mattem Violett und einer geheimnisvoll wirkenden Grafik. Ebenfalls die ausführlichen Anweisungen, wann und wie und wo man die Geschichten lesen sollte. (Geht aber erfahrungsgemäß auch anders.)

Der Klappentext: „Immer – von der Urgeschichte an bis in unsere technologische Wirklichkeit – gab es Menschen, die anderen vorausschritten. Sie machten Beobachtungen, probierten Neues aus, suchten nach Zusammenhängen oder Erklärungen und gaben sich nicht mit dem Status Quo zufrieden. Die Autoren dieses Buches führen Sie auf die Spuren solcher Menschen und spannen einen Bogen von der Steinzeit bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.“

„Feuer und Flamme“ – Olivér Meister
Wahrscheinlich kennt jeder Leser noch aus dem Schulunterricht die Geschichte, wie der Mensch das Feuer nutzen lernte. Hier nun eine Adaption dieses Themas. Eingegliedert sind darin aber auch Neid und Missgunst. Schaffende Menschen und neidische Schmarotzer.

„Septuaginta“ – Olaf Lahayne
Zu einer Zeit, als die Stadt Alexandria noch sehr jung war, werden 72 Gelehrte beauftragt, simultan das Alte Testament (heute so genannt) aus dem Hebräischen in eine „heidnische“ Sprache zu übersetzen. Doch schon immer gab es Neugierige, die scheinbar Gegebenes in Frage stellen.

„Schneller“ – Ruth Kornberger
Benz – ja das ist der Name eines Erfinders, der aus Pferdekutschen Motorkutschen entwickelte. Eine kleine Geschichte aus der Anfangszeit, als 50 km/h noch eine Spitzengeschwindigkeit war.

Teezeitgeschichten Band 1 – Romance

Da kommt mir eine neue Buchreihe ins Haus. Auch eine kleine Broschur mit nur 60 Seiten. So wie die Kaffeepausengeschichten. Das Cover der Teegeschichten ist in einem warmen Sandfarbton gehalten und auch mit einer dekorativen Grafik versehen. Witzig ist die Gestaltung der Rückseite: ein überdimensionaler Teebeutel enthält den Klappentext und im Aufhänger sind Strichcode und ISBN. Die Teezeitreihebücher enthalten im Vergleich zu den Kaffeepausengeschichten jeweils nur eine Geschichte.

„Die Liebe kam unerwartet“ – Angela Mackert
Der Klappentext: „Die Kostümdesignerin Jennifer arbeitet in der Schneiderei eines Theaters. Weil das Ensemble dringend neue Kostüme braucht, will sie auf dem Opernball ein offenes Ohr für die Verwirklichung ihrer Entwürfe finden. Als sie Oliver kennen lernt, scheint sie ihrem Ziel näher zu kommen. Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ist Oliver wirklich der, für den sie ihn hält? Jennifer gerät auf eine Achterbahn der Gefühle…“

Eine romantische, erotische Geschichte. Explodierende Gefühle. Verwechslung. Ja, es ist etwas „rührend“. Aber die Erotik ist schon toll. Da träumt man schon mit. Man spürt fast die Berührungen. Die Erzählung zaubert eine knisternde Spannung. Nein, es ist nicht „schlüpfrig“, sondern eine entzückende Geschichte des Verliebens. Es wird nicht jeder zugeben, aber wer erträumt sich denn nicht die einzige umwerfende große Liebe auf den ersten Blick?

Also dann, eine Teezeit-Verführung wartet…

Teezeitgeschichten Band 2 – Romance

Auch das zweite kleine Buch dieser Reihe enthält wieder eine einzige Geschichte. Die es aber in sich hat.

„Leitstelle ins Glück“ – Tatjana Stöckle
Der Klappentext: „Jeden Donnerstag fliegt Chefpilot Orson Carpenter die malerische Karibikinsel Aruba an. Immer wird er dort von einer weiblichen Stimme aus dem Tower begrüßt. Sie gehört Julia, und Orson glaubt, in ihr seine Traumfrau gefunden zu haben. Als er sie endlich trifft, entspricht sie allerdings so gar nicht seinen Vorstellungen – trotzdem verabredet er sich ein weiteres Mal mit ihr. Doch alles stellt sich zwischen sie, sogar ein Hurrikan. Endet ihr Glück, bevor es beginnt?“

In der Vergangenheit hatten beide Protagonisten nicht gerade das Glück für sich gepachtet. Wer seine Erfahrungen auf jede neue Bekanntschaft überträgt, scheitert. Julia und Orson aber ließen ihr Gefühl entscheiden und suchten sich. Es ist eine Liebesgeschichte. Mit kleiner Dramatik, angenehmer Erotik, karibischer Natur und viel Glück. Und ja, die bildhaften Beschreibungen zaubern nette Bilder vor das eigene Auge. Nicht nur von der Natur.

Teezeitgeschichten Band 3, Science Fiction

„Mondpräsidentin“ – Dirk Röse

Und wieder fand ich in meinem Briefkasten den neuesten Band dieser Reihe. Dasselbe habe ich mir bei einem Pott Pfefferminztee am Nachmittag zu Gemüte geführt. Gut, die Teetasse war leer, bevor ich das Buch gelesen hatte. Ich las aber trotzdem aus purer Neugierde bis zu Schluss. Der Titel „Mondpräsidentin“ sagte mir erst einmal nichts. Die Geschichte beginnt mit dem Datum „18. August 2077“ und mit folgenden Worten: „Sie brachte den Sex zum Mond.“

Der Klappentext: „Sie brachte den Sex auf den Mond – so beschreibt Carl Leribnitz in seiner Rede die Präsidentin Isi Damm. Aber lässt sich eine Frau wie sie wirklich auf diese Aussage reduzieren? Sicher, die Männer lieben und verehren Isi, doch für den Erhalt der Unabhängigkeit des jungen Mondstaates geht sie einen riskanten Weg. Nicht nur sie selbst, sondern auch der wichtigste Mann an ihrer Seite, könnte daran zerbrechen.“

Eine erotische Geschichte in die Zukunft verlagert? Oh nein, so einfach ist das nicht. Es geht nicht im Geringsten um Sex als solchen. Die „Heldin“ wird die erste Präsidentin, als sich die Bergbau-Mondkolonie zu einem eigenen demokratischen Staat erhebt. Sie bringt damit echtes Leben in die Mondstadt. Dauerhaftes Leben und nicht nur 3-Monats-Durchgangs-Leute. Diese kreative Entwicklungsphase eines jungen Staates – hier ist es eine Mondkolonie – wird in dieser Geschichte ein Stück begleitet. Aber auch die persönlichen Verbindungen der Protagonisten untereinander.

Der Mond als Bergbau-Kolonie – SO abwegig gedacht ist das nicht. Und was wird dann aus einer sich vergrößernden menschlichen Mond-Basis?

Wie immer ein kleines leicht lesbares und doch moralisch anspruchsvolles Buch. Und auch wie immer: empfehlenswert.

Die Teezeitgeschichten sind nicht nur Teetrinkern wie mir vorbehalten. Entspannend und anregend zugleich klappt das Lesen auch ganz ohne Getränk. Leichte kleine Liebesgeschichten. Nicht wie bei Anna Karenina mit hunderten Namen und tausenden Verwicklungen und Schicksalsschlägen. Die Teezeitgeschichten machen Freude und regen die Phantasie an. Und vor allem: auch bei Zeitmangel sind diese zu schaffen.

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