Golden Apes – Riot

Toben, randalieren, wüten? Nun ja, der Name des neuen Albums der „Golden Apes“, welches Ende 2012 erschien, macht zumindest erst einmal neugierig. Die Berliner Gothrocker brachten mit „Riot“ ihr siebtes Studioalbum seit Gründung der Band im Jahr 1998 heraus. Im Entstehungszeitraum von „Riot“ fand dann auch so etwas wie eine Rebellion statt: wechselnde Bandmitglieder um Peer Lebrecht, dem Herz und Kopf der Band. Und es erfolgte ein Wechsel zu einem neuen Label. Ein neuer Produzent wurde gefunden. Aufbruch zu Veränderungen.

Trotz aller Veränderungen blieb die musikalische Basis erhalten: eingängige Melodien, kräftige Gitarren, melancholische Stimme. Doch nach den vielen Jahren kreativen Schaffens stellt die Band sich wohl doch die Frage, wohin es gehen soll. Persönlich, mit der Band, im Leben, in der Gesellschaft. Wenn man sich allein die Titel der Stücke zu Gemüte führt, schlägt sich darin diese Nachdenklichkeit nieder.

Seltsam kühl und verhalten ist das Intro. Ein Piano verströmt Klänge, die eine Atmosphäre wie in einem alten, leeren, längst vergessenen Konzertsaal schaffen. Mit den nächsten Titeln – einsetzende Gitarren, mal hart mal eher weich – verklingt diese Einsamkeit. Der melancholische Hauch wird jedoch mit hymnischem Anklang weitergetragen. Man sieht sie fast vor sich: In sich versunkende Tanzende. Langsame Bewegungen. Nur zur Musik träumend.

Das Artwort übernimmt die Stimmung der Musik: ein zusammengekauerter Mensch, nackt, verletzlich, allein in der Düsternis.

„Golden Apes“ bleiben sich treu. Bringen sie doch vertraute Klänge mit angenehm Neuem zu Gehör. Dunkler Rock der melancholischen Art. Die Fans wird es freuen. Aber auch neue Hörer, die sich gerne elegischen Stimmungen hingeben, sollten hiermit zu gewinnen sein.

Titelliste:

1. Prelude
2. Devil
3. White Days
4. Torment
5. Heart´s Corrosion
6. Vengeance
7. Prudence
8. (The Lights Of) Venus
9. Pieces
10. Lithium
11. Animae
12. The Happy Losers Sweet Delusions
13. Riot

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