Hocico – Tiempos de Furia

Hocico – das sind Erk Aicrag (Texte, Gesang) und Racso Agroyam (Programmierung) aus Mexiko. Seit 1992 drücken sie sich brachial musikalisch aus. Seit ihrer ersten veröffentlichten CD im Jahr 1997 sprüht das Duo vor Fleiß. Jahre und viele Alben später nun „Tiempos de Furia“ – Zeiten des Zorns. Und so schreit es Erk Aicrag heraus. Zornig, wütend – wie man es von dem Hard-Electro-Projekt gewohnt ist.

Der Albumtitel ist somit auch Programm. Sowohl Musik als auch Stimme klingen aggressiv und stellenweise erbarmungslos. Die Beats hämmern bestimmend und lösen Knopfnick-Reflexe aus. Gerade der Song „Bite Me“ vertritt vehement die Devise „Zorn“. Herausragend unter all den anderen „bösen“ Tracks. Erstaunlich und erfreulich so ganz anders dann aber der Titel „Kiss of the Apocalypse“ mit einer fließenden, ruhigen Melodie. Auf dem insgesamt wütenden Album fällt noch das Lied „Not Human“ heraus. Entfernt erinnert es etwas an :Wumpscut:. „Hocico“ können entschieden mehr, als nur Krawall machen. Wobei der Krawall zugegebenermaßen auch mitreißend ist. Mit dem letzten Stück „Los Espejos Rotos“ (zerbrochene Spiegel), welches von einer harmonischen Melodie, einer langsamen Rhythmik und einer ruhigen Stimme getragen wird, ebbt der Zorn ab. Ein versöhnlicher Abschluss – zumindest musikalisch…

Den Freunden der wütenden Mexikaner muss man diese Scheibe wohl nicht besonders ans Herz legen. Andere Electro-Liebhaber ohne Hocico-Erfahrung sollten es mal wagen und hineinhören – vielleicht lässt sich ja der CD-Bestand im Regal um eine Band erweitern.

www.hocico.com
www.myspace.com/hocicoh

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