Mile Deep Hollow: IAMX in Leipzig

21. Januar 2019

LEIPZIG, TÄUBCHENTHAL

Das Stück „Mile deep hollow” stand symbolisch im Mittelpunkt der zurückliegenden Tournee von „IAMX“ durch einige ausgewählte deutsche Städte. Nicht nur, weil Ende letzten Jahres eine EP mit diversen Remixen dieses Songs erschienen ist, sondern weil Chris Corner – kreativer Kopf von „IAMX” – auf das Thema psychische Gesundheit aufmerksam machen wollte.

So hat der selbst vor einiger Zeit an schweren Depressionen leidende Musiker vor einige Auftritte Gesprächsrunden gesetzt, bei denen er seine Erfahrungen schilderte, Fragen beantwortete und sich die Meinungen und Erlebnisse einiger Teilnehmer anhörte.

Chris Corner: „Der menschliche Geist muss erschüttert werden, um aufzuwachen, sich weiterzuentwickeln und aus eigener Kraft aus dem Gefängnis auszubrechen.“

Alle Gewinne aus diesen Veranstaltungen kommen Wohltätigkeitsorganisationen für psychische Gesundheit in verschiedenen Ländern zugute, die dazu beitragen, das Bewusstsein für Depressionen, Angstzustände und Selbstmordgedanken zu schärfen.

„Die erste Diskussionsrunde war wunderbar und ich habe die großartigen Fragen, die Intimität und die Offenheit sehr geschätzt.“, schilderte der Sänger seine Eindrücke von dieser ungewöhnlichen Veranstaltung.

Doch ganz nach den hoffnungsvollen Worten „You dragged me out of a mile deep hollow” aus dem Refrain von „Mile deep hollow” gestaltete sich der anschließende Auftritt im Leipziger Täubchenthal alles andere als depressiv. Chris Corner und seine drei Mitmusiker/innen sprühten vor Energie und rissen das Publikum mit. Arme wurden frenetisch in die Luft gestreckt, mitgesungen und gejohlt. Der Funke sprang mal mehr, mal weniger schnell über. Aber spätestens bei grandiosen Klassikern wie dem sehnsuchtsvoll anmutenden „I am terrified“ oder dem melancholischen und überaus eingängigen „After every party I die” fiel es wohl auch dem letzten Gast schwer, still zu stehen. Rhythmus und Atmosphäre eroberten unaufhaltsam Körper und Geist und machten dieses Konzert zu etwas Besonderem. Doch wer glaubte, dass damit schon der Höhepunkt erreicht war, musste sich eines Besseren belehren lassen. Mit den Zugaben „Your joy is my low”, „The alternative” und „The power and the glory” konnten „IAMX“ für eine weitere Steigerung sorgen. Doch dem war immer noch nicht genug. Unter großem Beifall betraten die vier Musikerinnen und Musiker erneut die Bühne, um die mehr als zufriedenen Konzertbesucher mit „Kiss + Swallow” und „Mercy” in die kalte Nacht zu entlassen…

Fotos: Marcus Rietzsch

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