Oomph! – Glaube Liebe Tod

Die Messlatte liegt hoch. Verdammt hoch. Nach zahlreichen grandiosen Liveauftritten und dem Verkaufsschlager „Wahrheit oder Pflicht“ mit dem Nummer-Eins-Hit „Augen auf!“ erhoffen Fans und Kritiker viel. Voller Spannung lege ich also das noch nicht gemasterte Tape des im März erscheinenden Albums „Glaube Liebe Tod“ ins Kassettendeck und drücke ungeduldig Play. Mit der Single-Auskopplung „Gott ist ein Popstar“ erwartet mich auch gleich ein mitreißender und einprägsamer Song. Eröffnet mit einem stampfenden Beat entwickelt sich dieses Lied zu einer klaren „Mitgröhlnummer“. Der Kopf nickt unwillkürlich. Der „Seitenhieb“ auf die Papsthysterie des vergangenen Jahres und auf die nicht verebbende Suche nach so genannten Superstars via „Experten“-Jury setzt dem Ganzen die Krone auf. Hiermit bewies man sicher ein gutes Händchen bei der Wahl der ersten Single. Oomph! können sich aber noch steigern. Harte, nach vorne gehende Gitarrenriffs begleiten den Hörer durch das Album. Sänger Dero beweist wieder einmal, dass er wohl einer der besten deutschen Texter ist. Auch heiklen Themen widmet man sich nicht mit platten Attitüden, sondern umschreibt die Gedanken mit lyrischen Bildern. Der direkte Weg ist eben nicht immer der beste. Oomph! frönen diesmal ferner ihrer Leidenschaft für das internationale Kino. So verarbeitet man die legendäre Mundharmonika-Melodie des Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ im gleichnamigen Song.

„Mein Schatz“ belegt wieder einmal die Mehrdeutigkeit in oomphschen Liedern. Auf den ersten Blick eine Hommage an Tolkien´s „Herr der Ringe“, auf den zweiten aber auch eine Thematisierung des Begriffs „Macht“. Aufgrund des leicht irren Ausdrucks in Dero´s Stimme entstehen unausweichlich Bilder des Wesens „Gollum“ vor dem geistigen Auge.

Ein ganz neues Element zeigt sich in „Eine Frau spricht im Schlaf“. Begleitet von leisen Pianoklängen rezitiert Dero flüsternd Erich Kästner.

Glaube, Liebe, Tod – die zentralen Themen des Lebens in schwer rockende mit elektronischen Elementen angereicherte Songs einprägsam verpackt. Ein Album, mit dem Oomph! sicher wiederholt für Aufmerksamkeit sorgen werden…

www.oomph.de

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