Live in Berlin: The Invincible Spirit

Berlin-Friedrichshain. Samstag kurz vor Mitternacht. Die Sonne ist längst hinter den Häusern verschwunden, doch die erbarmungslose Hitze des Tages hängt noch schwer über dem Asphalt. Scheinbar todessehnsüchtig rote Ampeln missachtend bevölkern bunte Feierwütige in Scharen die Straßen. Viele Hände ausgestattet mit Flaschen voller alkoholischer Getränke (ein mittlerweile alltägliches Phänomen, dem ich jedoch nicht wirklich etwas abgewinnen kann).

19. Juli 2014

BERLIN, URBAN SPREE

Ulterior, die den Abend anlässlich des 4jährigen Jubiläums der Death#Disco-Veranstaltungsreihe und der Veröffentlichung der „Death # Disco Compilation Vol. IV“ ursprünglich einleiten sollten, mussten kurzfristig absagen. Ein Umstand, der einige Anwesende traurig stimmte. Nach dem abgebrochenen und mich alles andere als begeistert gestimmten WGT-Auftritt in diesem Jahr höre ich mir die Musik von Ulterior aber lieber aus der Konserve an.

Vom ersten Ton an wissen die zwei Protagonisten auf der Bühne das Publikum auf ihrer Seite. Druckvoll suchen sich die Rhythmen den Weg in die Glieder der Zuhörer. Ein stilles Verharren in Anbetracht der schnell auf Saunaniveau steigenden Temperaturen wäre durchaus nachvollziehbar und angebracht, aufgrund der Darbietung aber schier unmöglich. Ob nun Klassiker (beispielsweise „Devil Dance“) oder neues Material („Dark Eye“) präsentiert werden, spielt keine Rolle: Die Begeisterung und der Bewegungsdrang sind groß und der Schweiß läuft in Strömen über zufriedene Gesichter auf als auch vor der Bühne. Nicht jeder zeigt das entsprechende Durchhaltevermögen und so schleppen sich wiederholt einige Gäste nach draußen, um der Forderung des Körpers nach Sauerstoff nachzukommen. Schnell werden die frei gewordenen Plätze jedoch von anderen Liebhabern elektronischer Klänge eingenommen. So bleibt die Stimmung auf einem konstant hohen Level.

Höhepunkte eines phantastischen Konzerts herauszuheben, erscheint unmöglich. Selbstverständlich konnte „Push!“ – dem The-Invincible-Spirit-Stück schlechthin – noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Aber auch die vielen anderen bekannten TIS-Titel sowie „Irregular Times“ (von „The Mao Tse Tung Experience“) zauberten ein Lächeln in die Mienen der Anwesenden.

Der letzte Ton des abschließenden Covers „Papillon“ (von „Editor“) ist gerade verklungen, als die kleine Menge ins Freie drängt, um neue Kräfte zu tanken. Denn die angekündigten DJs haben ihre Plätze bereits eingenommen, um für weitere Unterhaltung zu sorgen und dem Einen oder Anderen zum Schwingen des Tanzbeins zu animieren…

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