Live in Berlin: Zeromancer

27. November 2010

BERLIN, K17

Kalt war es in Berlin. Mütze, Schal, Handschuhe und ein dicker Pullover waren angenehme Attribute, um sich diesen Temperaturen zu stellen. Um so irritierender, beim Konzert im noch nicht angeheizten Publikum entblößte Frauenschultern und –arme zu entdecken. Eines der großen Rätsel der Menschheit…

Wir fanden uns im Friedrichshainer K17 ein, um uns aufwärmenden Rock-Klängen zu widmen. Ja gut, das war schon mehr als aufwärmend. Die Vorbands passten perfekt zum „Star“ des Abends: „LaminiusX“ und „Tunes of Dawn“ – beides alternativ-rockige Bands aus Deutschland – heizten die Stimmung gekonnt und kurzweilig vor, ehe die Norweger „Zeromancer“ die Bühne betraten. Kürzlich noch unterwegs als Vorgruppe auf der Unheilig-Tour traten sie nun wieder selbst als Headliner an. Und das zu Recht. „Zeromancer“ präsentierten an diesem Abend ein energie-geladenes und abwechslungsreiches Spektrum an Stücken aus ihrer Bandgeschichte, die immerhin schon über ein Jahrzehnt umfasst. Die aktuelle Besetzung um Sänger Alex Møklebust besteht aus Kim Ljung (Bass), Dan „Electro“ Heide (Gitarre), Noralf Ronthi (Schlagzeug) und Lorry Kristiansen am Keyboard. Laut, rockig, temperamentvoll rissen die fünf das K17-Publikum mit. Begeistertes Händeklatschen und andere geräuschvolle Kundgebungen schienen die Band sehr zu erfreuen. So war es wie eine große Party. Die Köpfe nickten. Die Füße nutzten den nur mäßig zur Verfügung stehenden Raum, um auch hier den Bewegungsdrang ansatzweise auszuleben. Eine grandiose Stimmung zu kraftvollem und teils melancholischem Rock. Beeindruckend die Ballade „Ammonite“, als Keyborder und Bassist auf Extra-Trommeln einen starken Auftritt hatten und diesem Stück ein besonderes Flair verliehen. Zusätzlich zu eigenen Titeln wurde auch der Depeche-Mode-Song „Photographic“ individuell im Stile Zeromancers dargeboten. Als nach einigen lautstark geforderten Zugaben dann doch die Lichter auf der Bühne erloschen, wollte man es gar nicht wahrhaben.

Zeromancer im K17 – ein perfektes Konzert begleitet von harmonierenden wirklich guten Vorbands. Ein besonders schöner Samstag-Abend. Und in der Kälte draußen klangen im Innern noch Stimme und Rhythmus nach.

Fotos: Marcus Rietzsch

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