Daniel Mosmann – Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod

Daniel Mosmann, Jahrgang 1971, ein Schwarzwälder, hat auf nicht ganz geradem Weg zur Schreiberei gefunden. Mit „Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod“ stellt er sein zweites Buch vor. Das erste habe ich verpasst; das Lesen werde ich jedoch nachholen.

„Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod“ ist ein Kurzgeschichtenband voller schauriger Erzählungen. Surreal und düster. Fragile Balance zwischen Wahrnehmung und Realität. Ein Spiel zwischen bewusst herbeigeschriebener Horror-Vorstellung und der Auflösung des Geschehens mit durchaus realen Möglichkeiten. Die Geschichten sind spannend. Sie reißen den Leser nach einigen Sätzen in eine Welt, in der es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht. Es scheinen Geister unterwegs zu sein, um den Menschen das Leben schwer zu machen. Die erste Geschichte „Winterzauber“ bleibt allerdings wirklich surrealistisch. Andere – wie beispielsweise „Zwischen Kraut und Kartoffeln“ – sind schaurig und enden trotzdem bitter-realistisch. Die Erzählweise ist dabei ziemlich „gerissen“. Der Leser wird auf einen Pfad geführt, der nicht das scheinbar klar ersichtliche Ziel erreicht. Eine falsche Fährte. Das macht jede Geschichte überraschend. Spannend und kurzweilig. Und verführt zum Lesen der folgenden Erzählung. Ich habe angefangen und nicht mehr aufgehört. So sehr habe ich wissen wollen, was die nächsten Seiten bieten. Und wer nicht nur den Schauer sucht, der findet auch einiges an Moral, gut verpackt.

Der Klappentext:
„Tief im Schwarzwald lauern Geister und Dämonen. Sie warten in alten Burgkellern, flüstern in Wald und Wiesen, wandeln zwischen Leben und Tod. Manch einem rauben sie bloß den Schlaf, anderen den Verstand oder mehr. Wen blickt die hässliche Vogelscheuche auf dem Feld so grimmig an? Ist es ein Fluch, der den Herren des Landhauses so qualvoll sterben lässt? Oder sind die Biester, vor denen wir uns fürchten, uns am Ende ähnlicher, als wir es für möglich gehalten hätten? Nach ‚Kastanien und Knochen‘ sorgt Daniel Mosmann erneut für aufgestellte Nackenhaare und weit aufgerissene Augen. Zehn außergewöhnliche Kurzgeschichten für alle, die sich gern um den Schlaf bringen lassen.“

Der Buchtitel findet sich in Form eines langen Gedichts am Ende wieder. Wehmütig. Ein zweites Gedicht trägt dann auch einen gewissen Schauer in sich. Aber Lyrik ist so eine Sache. Schwerer zu lesen.

Wenn man den Ausgang der Geschichten nicht verraten möchte, fällt eine Inhaltsangabe schwer. So bleiben Stichworte übrig: ein fast erfrorenes Mädchen erwacht, Begegnung in einer Burgruine, eine Froschplage, eine unheimliche Vogelscheuche und anderes mehr. Meine Empfehlung: Lesen! Ein Buch mit kompakten Kurzgeschichten, die alle unterschiedlich und sehr unterhaltsam sind.

ISBN: 978-3-943412-19-2

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