IAMX – Metanoia

Im Neuen Testament wird das griechische Wort „Metanoia“ mit dem Wort „Buße“ übersetzt. Wörtlich bedeutet es „Umdenken“ und steht so für eine Art Sinneswandel, den Chris Corner durchgemacht hat.

Der Mann hinter IAMX blickt auf eine schwierige Zeit zurück. Hoffnungslosigkeit, Depressionen und Schlaflosigkeit stürzten den Musiker in eine Krise. 2013 musste deshalb eine angekündigte Tournee abgesagt werden. An das Komponieren neuer Stücke war nicht zu denken; sah Chris Corner in der Musik doch auch eine Ursache seines Leidens. Es folgte ein Umzug vom grauen Berlin ins sonnige Los Angeles. Chris Corner nahm den Kampf auf und stellte sich seinen inneren Dämonen. Losgelöst von aufdiktierten Zwängen fand er neue Inspiration und entdeckte das Musizieren als Ventil und Therapie. Die dunkelste Phase seines Lebens mündete in einen überaus kreativen Abschnitt. Vollkommen ohne Druck ist ein sehr persönliches Album entstanden, das per Crowdfunding (Pledgemusic) finanziert wurde. „Metanoia“ ist eine Art Wiedergeburt. Mit diesem Neuanfang stellt Chris Corner erneut sein Talent für elektronische Klangerzeugung und sein Gespür für Rhythmen unter Beweis. Der Multiinstrumentalist zähmt die Maschinen, ohne sie in Ketten zu legen. Potentielle Tanzflächenfüller erwecken die Bewegungslust. Dezente Akzente sorgen für das gewisse Etwas.

IAMX beherrschen aber nicht nur die Tanzfläche, sondern auch melancholisch-sehnsuchtsvolle Klänge gehören zum Repertoire. Balladen mit einem Hauch Theatralik scheinen durchaus musicaltauglich.

„Metanoia“ bietet mehr als der erste Hördurchgang offenbart: Emotionalität, Leidenschaft, Düsternis. Insbesondere die Texte – sehnsuchtsvoll und leicht entrückt vorgetragen – zeigen die emotionalen Abgründe, in die Chris Corner blickte – und vielleicht noch blickt, schließlich hat sich die Welt nicht verändert.

„Every day hypocrisy, I see the zombies walking down the street… and it kills me, their happiness. Liars! Liars! Liars!”
(aus „Happines“)

„We’re all sleepwalkin’ the american dream
In a loop of building a cage and burying the keys
There’s only good and bad, there’s nowhere in between
Everybody loves to judge, everybody thinks they’re clean…
Oh, cruel darkness, want you to embrace me
It’s a fucked up world and it’s driving my poor heart crazy!”

(aus „Oh Cruel Darkness Embrace Me”)

Die stellenweise sehr hohe Stimmlage ist allerdings gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht bei jedermann auf Gegenliebe stoßen.

Chris Corner beschreibt seine Musik selbst als einen Weg, das Herz auszuschütten und gleichzeitig zu tanzen. Besser lässt sich die Essenz von „Metanoia“ wohl kaum in wenigen Wortne ausdrücken. IAMX heißen die Melancholie rhythmisch Willkommen. Schnürt eure Tanzschuhe. Chris Corner bzw. IAMX sind zurück.

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