Sara Noxx & Mark Benecke – Where the wild roses grow

Um es vorauszuschicken: es wäre wohl kein Verlust für die Musikwelt, wenn es diese Coverversionen nicht gäbe. Aber: wir wären um eine nette Idee ärmer. Sich an diesen Klassiker von Nick Cave und Kylie Minogue zu trauen, erfordert schon einen gewissen (Über)mut. Zumal Mark Benecke ohne jeden Zweifel ein exzellenter und exzentrischer Kriminalbiologe ist; seine „Gesangsstimme“ jedoch ist… – wie formuliere ich das freundlich? – eher nicht als solche benennbar. Rau und vermutlich unter größerer Mithilfe eines enthusiastischen Tontechnikers am Mischpult bringt Mark Benecke männlich-herb seinen Part ein. Und Sara Noxx – mir u.a. bekannt durch „Gefahrstoffe“ bei der „Patenbrigade: Wolff“ – steigt vom gewohnten Sprechgesang auf Melodiöses um. Ihre klare Stimme im Duett mit Mark Beneckes Hauchen ergibt ein romantisch-sinnliches Hörvergnügen. Ja, Vergnügen. Zuerst sah ich nämlich das Video. Und davon war ich einfach begeistert. Denn Mark ist schon ein witziger Schauspieler. Seine gewollt diabolischen Grimassen, verschmitzt grinsend über den Brillenrand peilend, sein Hantieren mit „gefährlichen“ Instrumenten – da kann man nur noch vor Frohsinn juchzen! Oder alternativ auf die Schenkel klopfen. So sieht es also aus, wenn sich Wissenschaft und Musik begegnen. Daraus muss – wie man ja nun sehen und hören kann – kein trockenes und ernstes Ergebnis folgen. „Where the wild roses grow“ – ein dramatisches Rollenspiel. Umgesetzt von zwei Künstlern, deren Hauptfächer ziemlich gegensätzlich sind. Auf der Single sind drei unterschiedliche Versionen. Ein Remix von Feindflug, welcher mir besonders gut gefällt. Wer den harten, etwas militärisch wirkenden Feindflug-Stil kennt, wird es verwundern: dieser zarte Titel und dazu Mark Benecke. Und ja: auch das passt. Das Instrumental hätte man vielleicht weglassen können. Aber sei´s drum: es stört auch nicht. Ein ausführliches Making-Of-Video bringt dann wieder Schmunzel- bis Lach-Vorlagen. Was man nicht machen sollte: einen Vergleich zum Original suchen. Das geht gar nicht. Die Versionen von Sara Noxx und Mark Benecke von „Where the wild roses grow“ ist etwas Eigenes, Neues. Reizvoll und „gegen den Strich gebürstet“.

Titelliste:
Where wild roses grow (Single Edit)
Where wild roses grow (Instrumental)
Where wild roses grow (Club Mix)
Where wild roses grow (Feindflug)
Where wild roses grow – Making Of Vídeo
Die Spezial-Ausgabe beinhaltet eine weitere CD mit folgenden Versionen und Stücken:
Where wild roses grow (Defloration Mix by Kontrast)
Where wild roses grow (Feenland Mix)
Where wild roses grow (Club Roses Mix by Transistor)
Where wild roses grow (Road To Perdition Mix ba gnulieH eiD)
Where wild roses grow (Low Tech Mix by LowTechFront)
Where wild roses grow (French Blossom Mix)
Where wild Roses grow (Minimal Roses Mix by Transistor)
Illuminate – Master of Maggod (B.E.N.E.C.K.E.)
Sara Noxx – Tonight

www.saranoxx.com
www.myspace.com/saranoxx

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