Tanja Schierding – Ætheragenten 2

Rätselhaft, geheimnisvoll, nicht von dieser Welt und doch in dieser Welt. Lasse ich mich ein auf etwas, was mir so sehr fremd ist? Aber was weiß ich schon vom Unbekannten? Gefangen in einer Welt des Materiellen sperre ich mich instinktiv gegen Unvorstellbares. Aber nur weil etwas unvorstellbar ist, kann es doch trotzdem vorhanden sein. Gut, also es sind Ætheragenten unterwegs. Als Sonderbeauftragte der englischen Krone. Zu einer Zeit, als es noch keine Handys gab, keine Fluggeräte. Aber was sind Ætheragenten? Sinnvoll ist es, den ersten Band zu lesen: „Ætheragenten – Das Erwachen“. Denn es finden Verwandlungen statt. Ein geheimnisvoller Dunst, ein Nebel durchdringt Heranwachsende. Nicht jeden. Vielmehr sind es Berufene. Auch wenn sie nicht so fühlen. Die Verwandlungen? Elfen, Zwerge, halbmechanische Monster. Flügel, Schildkrötenpanzer legen sich über das Menschliche. Aber es entstehen ebenso gefährliche Wesen, denen alles Menschliche abhandengekommen ist. Eine Kolonie nimmt alle diese Veränderten auf. Denn ihre Mitmenschen verabscheuen das Unerklärliche. Eltern erkennen in ihnen nichts Liebenswertes mehr. Das Anderssein als Stigma.

Die Agenten der Krone aber bekommen Aufgaben, Verbrechen aufzuklären, Verschwundene zu suchen und grässliche Ereignisse zu verhindern. Dabei nutzen die Ætheragenten ihre besonderen Fähigkeiten. Wer wünschte sich einmal, eine Elfe zu sein? Sich mit schön geschwungenen Flügeln über die Wipfel der Bäume zu erheben oder durch Häuserschluchten zu fliegen? Nun ja, leider wird man vom Nebel, vom Æther, verschlungen und kann sich aussuchen, als was man herauskommt. Ein Schildkrötenpanzer mag dem Schutz dienen, ist im „normalen“ Alltag aber doch hinderlich und zudem in den Augen der Menschen, denen diese „Abartigkeit“ keine Bewunderung abringen kann, unschön.

Das Buch „Ætheragenten 2“ vereint Abenteuer, Spannung, charakterlich fein gezeichnete Figuren. Eine Zeitreise führt den Leser in die Anfänge des 20. Jahrhunderts, was einen besonderen Anreiz für die eigene Phantasie hergibt. Gregory, der Besondere unter den Ætheragenten nimmt den Leser mit und lässt ihn die Handlung hautnah erleben. Eine Handlung, die sowohl das Erwachsenwerden andeutet, als auch das Wachsen von Vertrauen und Freundschaft zeigt. Woraus letztendlich eine gemeinsame Kraft wächst, um etwas wirklich Böses der realen Welt fernzuhalten. Frühe Technik, Fantasy, bildlich erzählt, so dass man sich das Beschriebene gut vorstellen kann.

Der Klappentext:
Nach seinem aufregenden ersten Einsatz in China sind dem jungen Ætheragenten Gregory Ferrington-Roycroft nur wenige Wochen innerhalb der sicheren Mauern des SIS Stützpunktes Bamborough vergönnt. Als das ‚Special Operating Team Eagle‘ gerade ein neues Mitglied rekrutieren will, ereilt sie ein Hilferuf: Sir William Branham bittet den britischen Geheimdienst, seinen verschwundenen Sohn Frederic zu suchen.
Beängstigende Spuren und eine rätselhafte Münze führen das Team bis in den tiefsten Dschungel von Mittelamerika. Was hat Frederic mit den Legenden der Maya zu tun? Zunehmend verschwimmt für Gregory die Grenze zwischen Mythos und Realität. Er muss akzeptieren, dass der Æther ihn mehr verändert und ihm mehr Fähigkeiten verleiht, als allen anderen.“

Die Autorin Tanja Schierding stammt aus Wolfenbüttel. Mit dem Abiturzeugnis in der Hand wagte sie sich nach Hannover. Das Pädagogikstudium ließ sie nach sechs Semestern zugunsten eines abwechslungsreicheren Lebens sausen. Verschiedene Jobs von „A“ bis „Z“ folgten bis zur Aufnahme eines Studiums der Geodäsie. Ein Kurzgeschichtenwettbewerb regte zum Schreiben an. Im Herbst 2015 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Ætheragenten – Das Erwachen“.

Die Fortsetzung ist eine Geschichte voller Phantasie und Abenteuer, der ich gern gefolgt bin.

ISBN 978-3-946425-09-0
Verlag: Edition Roter Drache

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