The Retrosic – Nightcrawler

Ich halte die Promotion-CD vom „Nightcrawler“ in den Händen. Darüber freue ich mich sehr. Vier Titel, sechs Snippes – das ist ja VIEL zu wenig. Wann kommt das Album… in einigen Tagen. Nun ja, dann halt diese Kostprobe. Muss reichen.

Mein CD-Player mag die vier Titel. Meine Ohren auch. Mein Kopf nickt heftig. Meine Beine vibrieren. Ich stehe auf dem Bahnsteig und bemühe mich um Contenancé. Was wirklich schwierig ist. Die Beats reissen mit. Und die rauhe Stimme von Cyrus vermittelt diesen Touch von Stärke. Wer es also sowieso etwas „härter“ mag, für den ist es schon deshalb ein Muss.

Aber nicht, dass es hier nur um MskMskMsk geht – darüber liegen einprägsame manchmal direkt schmeichelnde Melodien. Gerade wird noch der Adrenalinspiegel hochgejagt durch einen besonders aggressiv klingenden Song. Doch dann werde ich mit dem nächsten Song in eine bitter-schmerzliche Ballade entführt. Das passt nicht zusammen? Oh doch, dass passt. Denn die Themen, worauf die Songtexten aufbauen, beschreiben den täglichen Wahnsinn um uns herum – Dekadenz, Exzesse, Underground. Und Cyrus verarbeitet dies auf seine besondere Art. Vielleicht muss man sehr zornig sein auf die Welt, auf die Menschen… leider vollkommen berechtigt.

Das Video, ja das spiegelt den lebendigen Irrsinn wieder. Da es in Eigenregie gedreht wurde, wird uns ein intimer Ein-Blick gewährt.

Kann man „The Retrosic“ in irgendeine Schublade stecken? So etwas wie „Endzeitelectro“? Da würde man es sich zu einfach machen. Denn wenn auch düstere Zeiten die Nahrungsgrundlage für Retrosic bilden, verzweifelt klingt das nun nicht gerade – eher kämpferisch, anklagend.

Also, alle, die sich nicht einer hemmungslosen Traurigkeit hingeben wollen angesichts weltweiten Chaos´, denen empfehle ich dringendst, ihre Gefühle mit der „Nightcrawler“ auszuleben.

Noch ein Wort zum Artwork – auf der Promo sind feinste Fellhaare zu erkennen und die Greifzangen einer Spinne (denke ich jedenfalls, es ist solch Krabbeltier) …na dann: einen wunderschönen guten Abend noch.

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